Kirchentag in Köln für Kinder und Jugendliche
Rückblick auf eine Auswahl von Veranstaltungen der Ev. Jugendarbeit in Köln und Umgebung (zum Teil in Kooperation):
Open-Air-Bühne am Tanzbrunnen

- Foto: Jan Krauthäuser
Die Open-Air-Bühne im Zentrum Jugend bot den ganzen Tag ein abwechslungsreiches Programm, von der Bibelarbeit bis zum Straßentheater, von Gesprächsrunden bis zu Chor- und Tanzpräsentationen. Der Abend war dann für größere Musikereignisse reserviert. Den Beginn machte am Donnerstag die „Kölsche Vielfalt-Party“, organisiert vom Jugendpfarramt zusammen mit Humba e.V. Multikulturelle Gruppen wie Fulani und La Papa Verde spielten auf und brachten mit ihren treibenden Rhythmen das Publikum schnell zum Tanzen.

- Foto: Jan Krauthäuser
Bühne Theatersaal am Tanzbrunnen
Nicht nur auf dem Messegelände, sondern auch im Zentrum Jugend mussten Veranstaltungsräume wegen Überfüllung geschlossen werden. So zum Beispiel der Theatersaal, als es um die lebendige Geschichte der Edelweißpiraten ging, einer antinazistische Jugendbewegung der 30er und 40er Jahre. Hier wurde anschaulich vermittelt, wie gefährlich das Leben in der NS-Zeit war, wenn man sich nur ein bisschen außerhalb der Norm bewegte und wie brutal die Gestapo vorging. Dass es bei den Edelweisspiraten auch sehr fröhlich zuging, zeigten nicht nur die großen Schwarzweißfotos auf der Bühnenleinwand. Eine Band um Jörg "Plauder" S. sang und spielte Lieder aus der Zeit, die zum Teil auch heute noch bekannt sind. Der Einladung zum Mitsingen kam das junge Publikum, versorgt mit einem Liederbuch, gerne nach.

- Foto: Stefan Rahmann für www.kirche-koeln.de
Pünktlich zum Kirchentag startete der Ev. Jugendchor Köln-Kalk unter Leitung von Frank Kemper mit seinem neuen Musical „Enttarnt – wenn die Fassade fällt“. Eine der Premierenvorstellungen fand im vollbesetzten Theatersaal am Tanzbrunnen statt. Dort konnte das Publikum die spannende Geschichte einer Jugendreisegruppe verfolgen, die an ihrem Ferienort von einer Gruppe Rebellen überfallen wird. Dabei wurden die unterschiedlichen Welten der jungen Leute deutlich: Hier die eher behütet aufgewachsenen Jugendlichen, dort die jungen Rebellen, die gegen eine brutale Besatzung kämpfen. Mit hoch professionellem Gesang und toller Musik brachte der Kalker Jugendchor die Handlung auf die Bühne und erntete beim Publikum viel Applaus und am Schluss minutenlangen Beifall.
Mitmachaktionen im Zentrum Jugend
Wie kann man das Wunder der Schöpfung mit den Umweltproblemen heute kreativ verbinden? Das ging hervorragend beim Schöpfungsparcours, einer Mitmachaktion, bei der an sieben Stationen entsprechend den sieben Tagen der Schöpfung gespielt und gestaltet werden konnte. Mit Fahrradfahren Glühbirnen zum Leuchten bringen, mit Tipps auf himmelblauen Puzzlesteinen das Ozonloch verkleinern, aus Altpapier herrliche Hüte zaubern, das komplexe „ökologische“ Gleichgewicht eines riesigen Mobiles entdecken und sich am Ende auf einem großen Kissen wunderbar ausruhen – das alles und mehr war auf diesem Parcours möglich und regte zahlreiche junge Leute zum Mitmachen an. „Weniger Auto, mehr Fahrrad fahren“ meinten viele von ihnen zur Lösung der Probleme.
„Gerechtigkeit“ war das zentrale Thema beim Mitmachparcours Zoom – Augen auf! - Fit fürs Leben? Hier ging es um Fragen wie: Was finde ich selber in meinem Leben ungerecht? Wie kommt Ungerechtigkeit in die Welt, z.B. bei der Entlohnung für Arbeit? Was wünsche ich mir für einen Beruf in der Zukunft? Wie sieht das Leben für Kinder aus, die arbeiten müssen?
Ganz anschaulich konnten die Jugendlichen Zusammenhänge nachvollziehen, z.B. bei der eigenen Kleidung herausfinden, aus welchem Land sie stammt, sich darüber informieren, wie viel oder besser wie wenig der Lohn dort für die Näharbeit vom Preis eines T-Shirts oder eines Turnschuhs ausmacht. Oder auch ganz ehrlich darauf Antwort geben, ob man fair produzierte Kleidung kaufen würde. Die war vielen doch etwas zu teuer.
Während am Anfang des Parcours eine "Mauer der Ungerechtigkeit" aus selbstgestalteten "Wortsteinen" (Armut, Mobbing, u.v.m.) wuchs, trug am Ende ein kleines Bäumchen die Wünsche der BesucherInnen in Form von roten Äpfeln. "Ich wünsche mir mehr Rechte für Kinder in ärmeren Ländern" konnte man dort z.B. lesen, oder: "Ich wünsche mir Eltern und Freunde, die zu mir stehen."
Gedanken und Träume auf Leinwand gemalt – das ergab ein buntes Mosaik von Bildern, die in großer Zahl beim Kunstprojekt „Blick zurück nach vorn“ entstanden. Was wird aus mir? Was wünsche ich mir für meine Leben? hieß das Thema. Mit Bild oder Text konnte hier Träumen und Wünschen Ausdruck gegeben werden, was von den jungen BesucherInnen rege genutzt wurde. Das Projekt soll auch dazu anregen, sich z.B. in den Gemeinden mit SeniorInnen auszutauschen, die ihrerseits darstellen, was aus ihren Wünschen im Laufe des Lebens geworden ist. Im Zentrum Jugend waren sie mit Texten aus einer solchen Gemeindeaktion vertreten.
Altar mal anders - diesem Motto wurde die Mitmachaktion zur eigenen Altargestaltung absolut gerecht. Jugendliche hatten mit Grafitti großformatige Altarbilder geschaffen, die während des Kirchentags weiterentwickelt wurden, u.a. mit Wölkchen auf Wäscheleinen, die vor dem Bild aufgespannt waren. Auf diesen Wolken schrieben BesucherInnen Gedanken und Kommentare, die sich auf einen der vier Bibeltexte des Kirchentags bezogen. „Nicht blind vertrauen, sondern mit eigenen Augen sehen“ hieß es z.B. zu Jeremia 23, 16-32. Und mit Fantasie und Farbe konnte jeder seinen eigenen kleinen „Reisealtar“ schaffen und mitnehmen.
Wer es bisher noch nicht kannte, der konnte schon beim Zuschauen sofort feststellen: Rollstuhlbasketball ist ein rasantes und spannendes Spiel. Das wollten viele selbst erleben und ausprobieren. So fanden sich zahlreiche Mannschaften zusammen, die so viel Spaß hatten, dass die Spielzeit oft viel zu kurz erschien. Dieser schnelle Sport, bei dem Behinderte und Nichtbehinderte gleichberechtigt in einer Mannschaft spielen können, fand so viel Anklang, dass es im wahrsten Sinne des Wortes ein Nachspiel geben wird: In verschiedenen Gemeinden bestehen konkrete Überlegungen, Rollstuhlbasketball auch nach dem Kirchentag fortzuführen.
Internationales Jugendcamp
Das Internationale Jugendcamp im Jugendpark am Rhein bot seinen TeilnehmerInnen nicht nur im Vorfeld ein reichhaltiges Programm mit Workshops und zahlreichen Ausflügen und Exkursionen. Auch während des Kirchentages gab es für alle, die nicht gerade bei Veranstaltungen unterwegs waren, Abwechslung im Camp. Im großen Zelt boten z.B. TenSing-Gruppen ein mitreißendes Programm und draußen bei „Rock die Sandburg“ zeigten Newcomerbands auf der Bühne, was auch sogenannte „Neulinge“ schon alles drauf haben. Wem das zu viel Action war, der konnte sich auch selber, z.B. mit verschiedenen Jonglage-Geräten, die Zeit vertreiben.
Kinder im Zentrum (KIZ)
Auch für die Jüngsten bot der Kirchentag ein reichhaltiges Programm. Das KIZ (Kinder im Zentrum) lud u.a. zu mehreren Bühnenprogrammen, Mitmachaktionen, Spielvergnügen und Zeltveranstaltungen ein. Beim Kinderrechteparcours konnten Kinder selber auf spielerische Weise etwas über die ihnen zustehenden Rechte erfahren. Die Mischung aus Bewegungs- und Informationsstationen kam gut an. Ein ganz besonderes Erlebnis bot die Kirchenführung von Kindern für Kinder. Speziell vorbereitete Kirchenscouts zeigten ihren Altersgenossen Groß St. Martin und fuhren anschließend für eine weitere Führung mit ihnen zu einer „Überraschungskirche“. Kirchen spielerisch zu erkunden und Gleichaltrige als FührerInnen zu haben, das begeisterte die Kinder. Und auf der Wiese an Groß St. Martin waren Spielgeräte aufgebaut, an denen sich die jüngsten Kirchentagsbesucher nicht nur zwischen den Veranstaltungen munter austoben konnten.
Nicht alle interessierten Kinder konnten bei den Kinderreportern mitmachen, dafür war der Andrang zu groß. Mit Unterstützung des girlspace - Internetcafé für Mädchen und junge Frauen berichteten die jungen ReporterInnen drei Tage lang über das KIZ, besuchten z.B. die Sendung mit der Maus, schrieben Texte, fingen im Interview O-Töne ein, machten Fotos und hielten Redaktionssitzungen ab. Was sie alles Interessantes zusammentrugen, das ist auf den Internetseiten des girlspace unter "Projekte" nachzulesen und anzuschauen.












