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"Wir öffnen Ihnen die Augen!"

Preisträger und Preise beim Ev. Jugendradio mit der Reihe "Reportagen aus der Tiefe"

Beim Abschlussfest der Radio-Reihe "Reportagen aus der Tiefe 2008" am 28. August wurden neben dem Hauptpreis, dem „Schwarzen Rohling“, auch eine Reihe weiterer Auszeichnungen vergeben. Jeder der Preisträger war bei dem Fest mit einem Ausschnitt aus der prämierten Sendung zu hören.

Hier ein Zusammenschnitt mit Highlights aus den Sendungen: Best of Jugendradio 2008

 

Für alle, die wissen möchten, wer warum welche Auszeichnung bekam, hier die Übersicht:

Die Gewinner: Simon's Brothers and Sister aus der Ev. Kgm. Porz
Die Gewinner: Simon's Brothers and Sister aus der Ev. Kgm. Porz

Wenn es eine Arznei gegen zu viel Köln-Trunkenheit gibt, dann hatte die Jugendgruppe Simon’s Brothers and Sisters aus der Ev. Kirchengemeinde Porz eine kräftige Mischung davon angerührt: „Sie denken, sie kennen Köln? Dann öffnen wir Ihnen die Augen!“ hieß es zu Beginn ihrer Sendung. Dabei war ihnen nichts heilig, weder die 11.000 Jungfrauen noch die heiligen drei Könige, denn „Köln hat es zahlenmäßig faustdick hinter den Glocken“. Die 85 Stadtteile wurden akustisch mal schnell durch den Studiomixer gedreht und die mobile Kristallkugel zeigte bei dem Blick in die Zukunft eine in 20 Jahren zugemüllte Stadt und den FC zwar als Nr. 1 – allerdings in der 4. Liga! Das alles war so professionell und locker vorgetragen, dass der „Schwarze Rohling“ wie schon einmal 2005 nach Porz ging.

Auch eine weitere Gruppe aus Porz, „7 Porzer in göttlicher Mission“, hatte sich „Köln“ als Thema vorgenommen und bewiesen, dass es einen unendlichen Fundus für Satire in der Domstadt gibt. Mit der „noch erfolgreicheren“ Kampagne „Du bist Köln!“ statt „Du bist Deutschland!“ aus der Stadt, die angeblich alles noch besser und schöner kann als alle anderen, führten sie den HörerInnen ebenso bissig wie lakonisch vor, dass Köln eigentlich ein Käsebrötchen ist, dessen „halver Hahn“ keinen Flügelschlag hat, dass die Stadt eine Kranline statt einer Skyline besitzt sowie Verkehrsbetriebe in einem Paralleluniversum mit anderer Zeitrechnung. Ohne Frage erhielten sie die Auszeichnung „Beste Radioglosse“.

Während die Siegergruppe nach der Zukunft Kölns in 20 Jahren fragte, stand für eine Ev. Mädchengruppe aus Köln-Ostheim die eigene Zukunft im Mittelpunkt. Mutig hatten sie den Berichten über ihre eigenen Traumberufe Interviews mit älteren Menschen voran gestellt, in denen sie nach deren ursprünglichen Berufswünschen fragten. Dabei zeigte sich, dass die wenigsten ihre oft bescheidenen Träume hatten verwirklichen können. Während die Mädchen für ihre eigene berufliche Zukunft von Erzieherin bis Tierärztin durchaus Chancen sahen, schloss die Sendung mit einer phantastisch-düsteren Vision über die Zukunft unseres Planeten in 500 Jahren: Das Gras ist rot, die Büsche orange, es gibt kaum Wasser, die Sonne scheint ununterbrochen und wenn es regnet, regnet es Sand. Die Sendung erhielt eine Auszeichnung für die„Beste Umfrage“.

Um Wünsche und Träume ging es auch im Radio-Beitrag der Gruppe Ten Sing vom CVJM Köln e.V. Sie bot den HörerInnen einen Ausschnitt aus ihrem aktuellen Bühnenstück und erhielt dafür den Sonderpreis „Schauspiel im Radio“. Bei Ten Sing können sich junge Leute an Schauspiel, Gesang, Skript, Band oder Tanz ausprobieren. Gemeinsam werden Stücke geschrieben und in Eigenregie auf die Bühne gebracht. So wie z.B. das Stück über Martin, der es für einen guten Tausch hält, seine eigenen Träume und Wünsche für seine Traumfrau herzugeben. Mit ihr zusammen schwebt er im siebten Himmel, doch bei der Idylle bleibt es nicht. Wie die Geschichte ausgeht, wurde nicht verraten, aber man bekam Lust auf mehr und wurde neugierig auf die Premiere des Stücks im Herbst 2008.

Die Auszeichnung in der klassischen Kategorie „Beste Reportage“ ging an das Jugendhaus Treffer in Köln Buchheim. Sie hatten ein Reporterteam zum interkulturellen Jugendkunstfestival in Köln-Mülheim geschickt. Engagiert und erfrischend unbekümmert berichteten die recht jungen JournalistInnen vom Festival, ließen Organisator Jürgen Wolke zu Wort kommen, stellten – stellvertretend für viele andere Gruppen – die Tanzformation „Toe Shakers“ der Gesamtschule Holweide vor und fingen zahlreiche O-Töne der Besucher ein. Ihre höchst lebendige Reportage bewies nicht nur, dass es viele künstlerische Aktivitäten von Jugendlichen im Stadtviertel gibt, für die das Festival ein würdiger Rahmen ist, sondern auch junge Reporter-Talente.

Und „last but not least“: Die Gruppe des Christlichen Jugenddorfs (CJD) Frechen heimste den Preis für das beste Interview ein. Politik ist im Alltag der Ausbildungseinrichtung immer ein Thema und die Jugendgruppe hatte es tatsächlich geschafft, eine Abgeordnete aus dem NRW-Landtag vor das Mikrofon zu bekommen. Rita Klöpper von der CDU absolvierte ein "Tagespraktikum" in der Einrichtung und bekam so einen Einblick in den Ausbildungsalltag, indem sie zusammen mit angehenden VerkäuferInnen u.a. Schaufenster gestaltete. Hinterher gestand sie, dass sie sich nicht habe vorstellen können, wie schwierig es sei, z.B. eine Schaufensterpuppe anzuziehen. „Ich muss zugeben, da habe ich jetzt viel mehr Respekt vor“, meinte sie im Interview.

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